Naturphänomene vor der Linse

Ein Paradies für Filmfans und Naturliebhaber sowie Enthusiasten der spektakulären Bilder und Aufnahmen, sowohl in Ton als auch in Bild. In diesen Worten könnte man das Innsbrucker Naturfilmfestival 2016 beschreiben welches vom 18. bis 21. Oktober 2016 in Innsbruck stattfand.

Zum 15. Mal gastierte das Naturfilmfestival in Innsbruck, wo sich 30 Filmemacher angemeldet haben. 618 Filme aus sechs Kategorien und aus 90 Nationen wurden eingereicht. Das verdeutlicht, dass es Innsbruck gelungen ist, Innsbruck als Drehscheibe des internationalen Umwelt- und Naturfilms zu etablieren.

@Thomas Steinlechner
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Unterschieden wurde zwischen Dokumentarfilme (Naturdokumentation und Umweltfilme), Kurzfilme, animierte Kurzfilme, Young Talent bis 19 und Young Talent bis 25. Es wurden Filme gezeigt wo unter schwierigsten Bedingen Szenen eingefangen wurden, die unter normalen Umständen nie zu sehen sein würden. Ein Dokumentarfilm der zum Beispiel auf dem Buch einer Nobelpreisträgerin, Swetlana Alexijewitsch, beruht. Wie der Film „Voice from Chernobyl“. Oder die außergewöhnliche Produktion „Lights on Earth“. Für diesen Film wurden eigens Kameras gebaut und Naturphänomene eingefangen, die bis vor einigen Jahren undenkbar waren zu filmen.

Johannes Kostenzer, Tiroler Landesumweltanwalt @Thomas Steinlechner
Johannes Kostenzer, Tiroler Landesumweltanwalt @Thomas Steinlechner

Ein großes Anliegen vom Naturfilmfestival ist es, die Jugend zu fördern. „Eine Qualitätssteigerung ist heuer bemerkbar“, teilte Johannes Kostenzer, Tiroler Landesumweltanwalt mit, „auch wenn in Innsbruck nicht Film studiert werden kann, ist es möglich mit den angebotenen Workshops, den einen oder anderen Jugendlichen zum Filmemachen zu begeistern.“

 

Neben den Filmen gab es ein ansprechendes Rahmenprogramm – Vorträge und Workshops von Profis für Profis oder solche die es noch werden wollen. Wie etwa von Mario Kreuzer, österreichischer Kammermann, in Kooperation mit Swarovski Optik, der zeigte wie man Teleskope in Naturfilme einbauen kann. Katja Trippl vom GEO-Magazin zeigt zusammen mit Oliver Goetzl, deutscher Filmmacher, das „Making of Tierfilm“.

Side Events wurden ebenso geboten. Von Fotoausstellungen, Workshops vom Feld-Verein und Liebe&Lose, Führungen sowie Ausstellungen.

@Thomas Steinlechner
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Ein Österreicher unter den Gewinnern

Doch was konnten die 618 FilmemacherInnen erwarten? Es galt zwei Special Awards zu vergeben. Der Best of Cinematography, gesponsert von Swarovski Optik, ging an Magie der Moore von Jan Haft, Germany 2015. Den zweiten Special Award, ein Preis für einen Film zum Thema Boden, gesponsert von der Fa. Fröschl holten sich Paul-Jean Vrank & Jean-Christophe Lamy, aus Belgien, mit ihrem Film Lands for Freedom.

Der erste Große Preis der Stadt Innsbruck für den besten Natur Dokumentarfilm mit einem Preisgeld von € 3.000,00 wanderte an Jumbo Wild von Nick Waggoner, USA 2015.

Der Umwelt Dokumentarfilm, Light on Earth von Joe Loncraine, UK/Austria 2016, gewann den zweiten Großen Preis der Stadt Innsbruck.

Den Canon Award 2016 in der Kategorie Kurzfilm sicherte sich der Film Esel von Rafael Haider, Österreich 2015. Bester animierter Kurzfilm wurde El Mostro. The daring story of Gabriele Bortolozzo von Lucio Schaivon & Salvatore Restivo, Italy 2015.

Der Tiroler Tageszeitung Award ging zum einen an die Young Talents unter 19 und an die Young Talents unter 25. Die Kategorie Young Talent unter 19 gewann Unesco Welterbe – Alte Buchenwälter Deutschland von Janis Klinkenberg, Germany 2016. Young Talent über 25 wurde Verde Chorume von Roberta Bonoldi, Brazil 2016.

@Thomas Steinlechner
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Climate Changes oder doch Change?

Prof. Matthias Rotach Leiter des Instituts für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften, Universität Innsbruck hielt einen Vortrag zum Thema Climate Changes:

Prof. Matthias Rotach @Thomas Steinlechner
Prof. Matthias Rotach @Thomas Steinlechner

In dem Abkommen von Paris 2015 sind bis auf drei Länder alle Länder der Welt vertreten. Es lohnt nicht, sich zu fragen ob sich das Klima ändert, denn das Klima änderte sich schon immer. Es hat sich nur die Veränderung verändert (zB durch die Treibhausgase). Die Erwärmung der Temperatur fand die letzten 100 Jahren überall statt, außer im Nordatlantik. Dort gab es über die letzten hundert Jahre eine Abkühlung. Die Gletscher werden weniger, das Ozeanwasser steigt, wird wärmer und der Säuregehalt im Wasser wird steigen. Diese Veränderung findet überall gleich statt. Die Treibhausgase sind hauptverantwortlich für die Erwärmung so wie sie aktuell statt findet. Wenn die Welt das nicht will, muss schnell gehandelt werden. Beginnen Gletscher zu schmelzen, dann schmelzen sie und lassen sich nicht so schnell aufhalten. Läuft es weiter wie bisher, würde die Generation im Jahr 2100 einen Film über Gletscher als Historienfilm drehen müssen.

Wenn jedes Land sich an das Abkommen von Paris halten würde und dann die Ziele noch enger geschnürt werden würden weil es so gut funktioniert, ja selbst dann ist die Chance gering, dass das Ziel erreicht wird. Und ja, es gibt tatsächlich Gegenden, die von der Klimaerwärmung profitieren. Das Ziel muss jedoch sein, dass die Vorteile für beide Seiten ausgeglichen sind.