Mehr als nur eine Karate-Weltmeisterschaft

Österreich präsentiert sich künstlerisch der Welt und die Karate-WM ist die Plattform dafür!

Vom 25. bis 30. Oktober werden 2.500 Aktive und Betreuer aus fast 130 Nationen die Linzer TipsArena zum kochen bringen. Bei der größten Sportveranstaltung Oberösterreichs, die Karate-Weltmeisterschaft, wird um 16 Goldmedaillen gekämpft. Unter anderem auch Favoritinnen wie, Bettina Plank, aus Linz, und Alisa Buchinger aus Salzburg. Doch bis zum Beginn der Eröffnungsshow mit dem Orchester der Bruckneruniversität, Andi Gabauer und Werken der Kunstuniversität Linz, dauert es noch ein paar Tage.

Was hat Karate und Kunst gemeinsam? Dies Frage stellte sich das Organisation-Komitee mit Mag. Ewald Roth, Organisationschef und -Mag. Hans Werner Streicher als sie sich 2010 für eine WM-Austragung in Österreich bewarben.

Für Univ. Prof. Dr. Reinhard Kannonier, Rektor der Kunstuniversität Linz, ist diese Zusammenarbeit eine gegenseitige Bereicherung, vor allem da diese Veranstaltung eine weltweite Aufmerksamkeit genießt. Genauso sieht es Univ.Prof. Dr. Ursula Brandstätter, Rektorin der Bruckneruniversität. Sie sieht viele Überschneidungen zwischen der Musik/Kunst und Sport. Dr. Ursula Brandstätter freut sich damit in eine andere Öffentlichkeit zu treten und die Bruckneruniversität als offenes Haus zu präsentieren.

Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at
Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at

Kampf und Kunst vereint

Das Karate eine „Kampf-Kunst“ ist, es Konzentriertheit und eine Vorstellungskraft braucht sowie es notwendig ist, die Fähigkeit zu besitzen zeitliche Abläufe zu koordinieren und sich auf den Augenblick konzentrieren zu können, verdeutlicht Univ.Prof. Josef Eidenberger (Vizerektor für künstlerische Projekte der Bruckneruniversität) einmal mehr, dass Karate und Kunst sehr viel miteinander zu tun haben.

Für Hermann Miesbauer, Komponist des WM-Konzertes „Greeting the World“, hieß es nun, die Zusammenhänge, Sport, Musik und Bewegung musikalisch umzusetzen. In seinen fünf Werken ist von Klassik bis hin zur Moderne alles zu finden.

Diese fünf Akte werden vom Regisseur, Dr. Gerhard Pirner, zelebriert. Für ihn ist der Empfang und die Show, ein Willkommensgeschenk an die Athleten. „Es wird ein tolles Spektakel werden. Da ein Akt, „HARA“ das Zentrum, heißt, wird Oberösterreich das Zentrum mit dem Traunstein im Hintergrund sein“, erklärt Dr. Gerhard Pirner. Dabei setzt er das musikalische Konzept in Showlicht, Bewegung und Bilder um. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei neben dem Symphonieorchester die Tänzerinnen der Bruckneruniversität. Eine Leinwand über die gesamte Bühnenbreite bietet dabei Raum für große Bilderwelten, für einen Ausflug ins All und für die audiovisuelle Entstehung einer west-östlichen Szenerie.

„Making of“ Fotocredits: Visuelle Kommunikation/Fotografie
„Making of“ Fotocredits: Visuelle Kommunikation/Fotografie

Wie ein rhythmischer Tanz

Natürlich wurde Karate, als Kunstform, auch filmisch interpretiert, was eine längerer Prozess war, teilte Univ.Prof. Dr. Gerhard Funk, Leitung Zeitbasierte und Interaktive Medien an der Kunstuniversität Linz, mit. Schließlich wollte man die Studierenden nicht überfordern aber auch etwas für die Karate-WM leisten. Am Ende wurden kurze Clips, von 20 bis 30 Sekunden, produziert, die die Thematik des Karates auf abstraktem Weg aufnehmen.

Es braucht für die Karate-Weltmeisterschaft auch Flyer, Informationsprospekte, etc.. Für A.Univ.Prof. Mag.art Johannes Weberbauer, Universitätsdozent in der Abteil Visuelle Kommunikation an der Kunstuniversität Linz, stand vom Anfang an fest, dass einige seiner Studenten das machen werden. Nur sollte es kein Gebrauchsgut sein, dass man danach wegwirft und das schien gelungen. „Es entstanden Bilder die technisch hervorragend gelöst wurden und das von Studenten die erst am Anfang ihrer Ausbildung stehen“, teilte Herr Weberbauer mit, „zu sehen ist weder etwas Brutales oder etwas Aggressives, sondern ein Kampf der mit sich selbst stattfindet, eher wie ein rhythmischer Tanz.“

Es sind die Begegnungen die bleiben und die das einzelne Ergebnis

„Für mich gehörten die letzten fünf Jahr, dank der Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität und der Bruckneruniversität ,zu den schönsten meiner Organisationsarbeit“, eröffnete Mag. Hans Werner Streicher, Organisationschef der WM, seine Rede.

Bettina Plank Foto: Ewald Roth/karate2016.at
Bettina Plank Foto: Ewald Roth/karate2016.at

Karate nicht nur als Sport sondern auch als Kunst und das in die Shownight einzubauen ist ein bewusstes Zeichen setzen: Ein Signal gegen die Oberflächlichkeit der Betrachtung. Die Kunst soll ganz bewusst ein Kontrapunkt der WM sein.

Es sind die Begegnungen die bleiben und die das einzelne Ergebnis.

Dieser Meinung ist auch Mag. Ewald Roth, Organisationschef (Sport) der Karate-WM. „Nichts ist schnelllebiger als ein Sportevent und die sportlichen Eroberungen. Diese verwelken sehr schnell. Darum wollen wir etwas inszenieren, wie eben Kampf und Kunst. Denn das wird bleiben. Wie die Spuren die man im Menschen hinterlässt bleiben werden“, berichtet Mag. Roth, der sich vom Ausmaß an Kreativität, den Ausdrucksformen der menschlichen sowie spirituellen Auseinandersetzung des Menschen mit sich und der Welt, beeindruckt zeigte, als er sah, was sich die Kunstuniversität und die Bruckneruniveristät hat einfallen lassen. Frei nach dem Motto, „Österreich präsentiert sich künstlerisch der Welt und die Karate-Wm ist die Plattform dafür!“

2010 war dem Organisations-Komitee bekannt, dass, sollte die WM 2016 nach Österreich gehen, die Athletinnen im Höchstleistungsalter sein werden. Schließlich soll eine WM nicht nur eine Sportveranstaltung sein, sondern auch auf sportlicher Ebene erfolgreich sein. Favoriten hat Österreich dahingehen auch.

Das einstimmig für Linz als Austragungsort der Karat-WM 2016 gestimmt worden ist liegt sicher auch daran, dass daraus mehr werden kann als „nur“ ein Sportevent.

Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at
Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at

Österreichs WM-Kader:

  • Bettina Plank - Kumite -50 Kg 

  • Julia Reiter - Kumite -55 Kg 

  • Stephanie Kaup - Kumite -61 Kg
  • 
Alisa Buchinger - Kumite -68 Kg
  • 
Nathalie Reiter - Kumite +68 Kg 

  • Kristin Wieninger - Kata Damen

  • Kristin Wieninger, Joan Marie Stadler, Patricia Bahledova - Kata Team
  • 

Thomas Kaserer - Kumite -67 Kg
  • 
Stefan Pokorny - Kumite -75 Kg 

  • Andre Gratzer - Kumite -84 Kg 

  • Tobias Muther - Kumite +84 Kg 

  • Alexander Jezdik - Kumite Team
  • 
Luca Rettenbacher - Kumite Team
  • 
Robin Rettenbacher - Kumite Team

  • Thomas Reindl - Kumite Team

  • Alper Deger - Kata Herren

  • Jan Struger, Patrick Valet, Benjamin Rath - Kata Team

  • Franz Eichinger - Kata Rollstuhl

  • Mendy Swoboda – Kata Rollstuhl
  • 118 Nationen
  • 2500 Athletinnen, Athleten, Coaches und betreuende Teams
  • 500 Volontärinnen und Volontäre
  • 30000 Zusehende in der TipsArena
  • 110 Länder zeigen die WM live im TV
Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at
Bettina Plank @Ewald Roth/karate2016.at

Funk, Eidenberger, Kannonier, Roth, Brandstätter, Streicher, Miesbauer, Pirner, Wegerbauer  Foto Tom Mesic, karate2016.at
Funk, Eidenberger, Kannonier, Roth, Brandstätter, Streicher, Miesbauer, Pirner, Wegerbauer Foto Tom Mesic, karate2016.at

23. WM Allgemeine Klasse - 16 Kategorien 2 Disziplinen

In zwei Disziplinen, Kata und Kumite, werden Sportlerinnen und Sportler ihr Leistungsniveau unter Beweis stellen. Innerhalb der Disziplinen gibt es Einzel-/Teambewerbe für Damen und Herren.

 

130 Nationen erwartet

130 Nationen werden erwartet - ein buntes Bild an Sprachen und Ethnien. Rund 2500 Sportler und Sportlerinnen, Coaches und ihre betreuenden Teams finden sich im Oktober 2016 in Linz ein, um an diesem ganz besonderen Ereignis teilzuhaben.

 

Österreichische Athletinnen und Athleten an der Spitze

Die Mitglieder des österreichischen Nationalteams, Bettina Plank, Alisa Buchinger, Stefan Pokorny und Thomas Kaserer gehören in ihren Kategorien zu den Besten der Welt und werden bei den Medaillenkämpfen eine wesentliche Rolle spielen. Bettina und Alisa sind Europameisterinnen des Jahres 2015.

 

2. Weltmeisterschaft für Menschen mit Beeinträchtigung

Einzigartig an dieser WM: die Klasse „Menschen mit Beeinträchtigung“ wird erstmalig mit der Allgemeinen Klasse gemeinsam ausgetragen. Die Bewerbe finden durchmischt statt, um die Inklusion als Selbstverständlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Kata-Bewerbe gibt es in den Kategorien blind/sehbehindert, Rollstuhlfahrend und Personen mit Lernschwierigkeiten.

Es werden 300 Athletinnen und Athleten und deren Betreuerstab aus mindestens 30 Ländern erwartet.

 

500 Volontäre

Die Basis für jede herausragende Weltmeisterschaft bilden die helfenden Hände. Es kommen bei der Karate WM 2016 ca. 500 Volontärinnen und Volontäre zum Einsatz, die mit größtem Engagement und Fachwissen eine tolle Karate WM 2016 gestalten werden.

 

TipsArena Linz

Die TipsArena bietet den idealen Austragungsort für die WM 2016. Diese phantastische Sportarena auf der Gugl in Linz macht es 30.000 Karatebegeisterten möglich, die Weltmeisterschaft live mitzuerleben.

 

11. größte Sportart weltweit

Mit etwa 115 Millionen Ausübenden stellt Karate weltweit die 11. größte Sportart dar, etwa 12 Millionen Menschen nehmen an Turnieren teil. Die „World Karate Federation“ umfasst 192 Nationen. (Stand: 03.08.2015, http://www.wkf.net/structure-country-members.php)

 

Karate WM goes Green

Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber Mensch, Umwelt und regionaler Wirtschaft sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Genau deshalb ist einer der fünf Schwerpunkte die „Verantwortung“. Kernpunkte der Zertifizierung mit dem österreichischen Umweltzeichen für ‚Green Meetings und Green Events‘ bilden die Stromversorgung durch Ökoenergie, die weitgehende Nutzung des öffentlichen Verkehrs, ökologischer Transport, bio-regionales Catering und die Abfallwirtschaft.

 

Kultur – Verantwortung – Inklusion – Kunst – Sport

Jeder der fünf Bewerbstage steht unter einem speziellen Motto, welche sportlich, künstlerisch oder im Handeln umgesetzt werden.

 

Hara. Das Zentrum.

Kultur – Zentrum der Gesellschaft: zahlreiche Kulturevents während der gesamten Weltmeisterschaft.

 

Do. Der Weg.

Verantwortung – Weg in die Zukunft: Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber Mensch, Umwelt und regionaler Wirtschaft.

 

Kime. Die Entscheidung.

Inklusion – Karate-do für Menschen mit Beeinträchtigung: eine bewusste Entscheidung Menschen mit Beeinträchtigung als Mittelpunkt der WM.

 

Kamae. Die Bereitschaft.

Kunst – Bereit und offen zu Aktion und Reaktion: Geist und Körper stehen in Bereitschaft für die Kampfkunst und ein umfangreiches künstlerisches Programm.

 

Rei. Der Gruß.

Sport – Respekt und Höflichkeit im Miteinander: im sportlichen Wettkampf stellt der Gruß am Anfang und Ende einer Kata oder eines Kampfes Respekt und Dankbarkeit für den Gegner dar.

 

Shownight als Auftakt

Außergewöhnlich ist der Vorabend der WM. Am 25. Oktober 2016 (18:30) findet ein unter dem Motto „Greeting the World“ eine Eröffnungsshow für eine großartige Sport-Kunst-Kultur – Woche in Linz statt.

Im Rahmen eines musikalisch-kulturellen Abends werden herausragende Kunst- und Kulturinstitutionen die teilnehmenden Nationen und Gäste in Österreich begrüßen.