Neues ÖKB-Präsidium mit 26:24 Stimmen gewählt

Klausberger gewann ganz speziellen Kampf

Nach der Weltmeisterschaft ist vor Olympia! Genau für Tokio 2020 wurden jetzt im Österreichischen Karatebund die Weichen gestellt. Fünf von neun Landesverbänden forderten eine außerordentliche Generalversammlung und standen hinter Dr. Simon Klausberger (34) aus Linz als Präsident und dessen Team. Die neue Crew, die mit drei Ex-Nationalteam-Kämpfern gespickt ist, wurde in Salzburg mit 26:24 Stimmen gewählt. Damit feierte der Ex-EM-Bronzene einen ganz speziellen Sieg. „Die bleierne Zeit ist vorbei. Wir können den ÖKB jetzt olympia-fit machen“, atmete ÖKB-Generalsekretär Ewald Roth nach der Kampfabstimmung durch.

Bildtext v.l.n.r.: Schell, Krapf, Plöchl, Klausberger, Reiter, Reifberger, Nagl, Rauch. Foto: ÖKB/Roth
Bildtext v.l.n.r.: Schell, Krapf, Plöchl, Klausberger, Reiter, Reifberger, Nagl, Rauch. Foto: ÖKB/Roth

„Ich bin erleichtert. Wir hatten viel Trennendes im Vorfeld der außerordentlichen Generalversammlung. Jetzt wird es Zeit, den attraktiven Karatesport auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen“, meinte der 34-jährige Klausberger nach seiner Wahl und verweist auf den jungen Vorstand: „Die bisherigen Vorstände hatten stets einen Rucksack mit Altlasten und Animositäten mit dabei. Wir sind neutral, drei Ex-Nationalteamkämpfer an der Spitze wissen, was die Sportler brauchen. Ich freue mich darauf, diese kreativen Kräfte zu bündeln und an einem Strang zu ziehen.“


Mit dem Rückenwind der gelungenen Weltmeisterschaft in Linz kommen auch Neo-Vizepräsidentin Anna Reifberger und Thomas Schell ins Team. Die Salzburgerin leitete bei der WM das Office und will sich vor allem um das neue Frauenreferat und die Kommunikation kümmern. Der Vöcklabrucker Schell wird neben sportlichem Knowhow als Profi-Filmer viele Image-Ideen einbringen.


Freudig in Richtung Zukunft blickt nach der Enthebung des alten Vorstandes um Ex-Präsident Georg Rußbacher auch ÖKB-Generalsekretär Ewald Roth: „Die Aufnahme in das ÖOC und ins Olympiaprojekt Tokio 2020 sind die nächsten Programmpunkte. Dazu kommen die Abstimmungsgespräche mit dem Bundes-Sportförderungsfonds. Am 28. November werden bei der ersten Vorstandssitzung des neuen Teams in Wels die weiteren Schwerpunkte und das Konzept besprochen. Hüftschüsse wird es bei uns keine geben“, erklärt Roth.
 
Verbandsführung nach dem Geschmack von Minister Doskozil
Eines nimmt der Ex-Shotokan-Weltmeister aber vorweg: „Wir legen, wie von Sportminister Hans Peter Doskozil gefordert, den Sport in die Hände von Experten. Finanzmittel werden in bereits erfolgreiche Kompetenzzellen fließen und wir werden eine Nachwuchsinitiative mit einem Talentmanagementsystem ins Leben rufen."