10. Österreichischer Radgipfel in Wörgl - Radfahren im Trend

Am Donnerstag, den 18. Mai ging der erste Tag des 10. Österreichischen Radgipfels über die Bühne. Zahlreiche nationale und internationale Experten versammelten sich zu diesem Anlass in der Energiemetropole Wörgl, um neue Perspektiven der Verkehrspolitik und Planung, die der Steigerung des Radverkehrs zugutekommen, zu erarbeiten.
Othmar Knoflach, Land Tirol, Josef Margreiter, Tirol Werbung, Corinna Lanthaler, Tirol Werbung, Wolfram Hinnenthal, ADFC Bett+Bike Service GmbH, Manuel Demetz, helios sustainable communication und Ernst Miglbauer, invent Büro OÖ, Regionalsport Radgipfel
v.l..: Othmar Knoflach, Land Tirol, Josef Margreiter, Tirol Werbung, Corinna Lanthaler, Tirol Werbung, Wolfram Hinnenthal, ADFC Bett+Bike Service GmbH, Manuel Demetz, helios sustainable communication und Ernst Miglbauer, invent Büro OÖ. @ofp kommunikat.

Neben spannenden Fachvorträgen erwartete die Besucher am ersten Tag des Österreichischen Radgipfels am 18. Mai 2017 ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und die Möglichkeit zur Diskussion und Vernetzung. Die Radverkehrsförderung in Gemeinden steht im Fokus der zweitägigen Veranstaltung, die von den Stadtwerken Wörgl gemeinsam mit dem Klimabündnis Tirol und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft organisiert wird. Aber nicht nur der Themenschwerpunkt macht Wörgl zum idealen Austragungsort des 10. Österreichischen Radgipfels. In Tirol nimmt die Stadt eine Vorreiterrolle in Sachen Klima- und Umweltschutz ein. „In Wörgl geht es rund - es dreht sich alles um das Rad“, mit diesen Worten begrüßte Bürgermeisterin Hedi Wechner die Gäste in den Räumlichkeiten von Berger Logistik. Dass Radfahren derzeit eine Aufbruchstimmung erlebt und sich zu einem nicht mehr wegzudenkenden verkehrspolitischen Thema etabliert hat, betonte Ekkehard Allinger-Csollich vom Land Tirol in seinen einleitenden Worten.

Die Zukunft des Fahrrades beginnt jetzt!

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Manfred Neun, Präsident der European Cyclists' Federation, referierte über das große Zukunftspotenzial des Fahrrades. Bildnachweis: Mallaun

Der Österreichische Radgipfel bietet die ideale Plattform, um sich gegenseitig auszutauschen und von bereits bewährten Lösungsstrategien zu lernen. Die Fachvorträge der Experten zeigten bereits am ersten Tag der Veranstaltung viele inspirierende Ideen auf. „Es spielt keine Rolle, ob wir uns im ländlichen oder städtischen Raum befinden. Es gilt, die Menschen für das Radfahren zu überzeugen. Radfahren ist viel mehr als der nicht mobilisierte Verkehr. Es ist die aktive Mobilität“, so startet der erste Keyspeaker, Manfred Neun, seinen überzeugenden Vortrag. Neun betont, dass wir eine sesshafte Gesellschaft sind. Mit dem Radfahren können wir dieser Entwicklung entgegensteuern, die Gesundheit der Menschen und die Nachhaltigkeit langfristig fördern. Die Politik müsse dem Rad mehr Aufmerksamkeit schenken und in eine geeignete Infrastruktur investieren. Innerhalb der Tourismusbranche gibt es laut Neun in Österreich noch Nachholbedarf in Sachen Radfahren: „Mit Angeboten rund um das Rad kann man ideal die Zwischensaisonen überbrücken.“ Der Präsident der European Cyclists' Federation sieht drei wesentliche Faktoren als Entwicklungsantrieb: Radschnellverbindungen, Public Bike Sharing und E-Cycling. „Seitdem Elektroantriebe für Räder boomen, wird das Radfahren von allen Seiten ernst genommen. Dadurch ergeben sich zahlreiche Chancen für die Zukunft“, so Neun.

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Der 10. Österreichische Radgipfel lockte zahlreiche Interessierte nach Tirol. Bildnachweis: Mallaun

Kopenhagen als Best-Practice-Beispiel

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Jesper Risting referierte über die Radinfrastruktur in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt gilt neben Amsterdam als Vorreiter in Europa. Bildnachweis: Mallaun

Der zweite Keyspeaker - Jesper Risting - referierte über die Radinfrastruktur in Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt gilt neben Amsterdam als Vorreiter in Europa. In Kopenhagen leben circa 600.000 Einwohner. Statistisch besitzt jeder einzelne mindestens ein Fahrrad. Nicht das Auto gilt in der Weltstadt als Prestige-Symbol, sondern das Rad. „Warum wir Erfolg haben? Weil wir ein ganzheitliches Konzept verfolgen und alle am gleichen Strang ziehen“, so Risting. In der dänischen Stadt gibt es zahlreiche separate Radwege, Radschnellwege, grüne Radwege in schönen Parks und besonders breite Plus-Radwege, die sich gut für Familien eignen. So kommen die Einwohner schneller und sicherer von A nach B. In Kopenhagen können die Räder im Zug gratis transportiert werden. Aber auch sonst haben Menschen, die sich gegen das Auto und für das Rad entscheiden, viele Vorteile. Beispielsweise schalten viele Ampeln für Räder schneller auf grün als für Autos. Im Winter werden die Radwege vor allen anderen Straßen geräumt. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch den Einkauf oder die Kinder transportieren möchte, nutzt - teils elektromobilisierte - Lastenfahrräder. „Wir möchten in einer lebenswerten Stadt wohnen, die nicht von parkenden und fahrenden Autos überfüllt wird“, so Risting. Auch in Österreich gewinnen Radschnellverbindungen seit einigen Jahren an Bedeutung. „Dabei handelt es sich um speziell für den Radverkehr entwickelte Routen. Die hochwertige Verbindung von Zwischenzielen entlang der Gesamtstrecke steht dabei im Vordergrund.

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Auf dem Bild v.l.n.r.: Reinhard Jennewein, Stadtwerke Wörgl, Markus Ley, Berger Logistik und Christian Molzer, Land Tirol. Bildnachweis: ofp kommunikation