Simon Reicher holt mit Jaap van Laagen Platz drei in Zandvoort

Es war sein Wochenende. Der 17-jährige Kirchberger Simon Reicher war am vergangenen Wochenende zu Gast bei der TCR BeNeLux im holländischen Zandvoort. Die 13 Kurven auf einer Länge von 4.320 Metern sind dem jungen Österreicher wohlbekannt. Zum einen hat sein Team certainty.nl in Zandvoort seine Heimat, und zum anderen hat der Schüler der siebten Klasse des Werkschulheims Felbertal in den vergangenen Monaten auf dem Dünenkurs von Zandvoort an einigen Rennen teilgenommen. Doch egal wie viele Rennen man auf einer Rennstrecke absolviert hat, jedes Rennen ist anders. Und dieses Wochenende war ein voller Erfolg für den Youngster.

In der TCR BeNeLux wird entgegen der ADAC TCR Germany, in der Simon Reicher sonst an den Start geht, am Samstag ein einstündiges Rennen mit zwei Piloten gefahren, die sich das eingesetzte Auto teilen, sowie zwei sogenannte Sprintrennen am Sonntag von jeweils 20-minütiger Dauer. Am Freitag, nachdem der Audi RS3 LMS Ultra mit der Startnummer 54 in beiden freien Trainings jeweils auf der ersten Position der Anzeigetafel zu lesen war, ging es für den Routinier Jaap van Laagen und Simon Reicher ins Zeittraining. Platz vier war keine so schlechte Ausgangsposition. Wäre da nicht ein kleiner technischer Regelverstoß von den Offiziellen geahndet worden. In der technischen Nachkontrolle stellte sich heraus, dass der Audi auf der Vorderachse 1,1 Zentimeter zu tief lag. Das bedeutete für die beiden Piloten: Disqualifikation.

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Fotocredit www.kartnet.de / Michael Schulz

Der Start aus der letzten Position war nun gar nicht nach ihrem Geschmack. Doch auch das hielt Reicher und Laagen nicht davon ab, den mehr als 50.000 Zuschauern ein sensationelles Rennen beim Familie-Race-Day in den Dünen von Zandvoort zu bieten. Nach 25 Minuten Renndauer öffnet sich hier ein 10-minütiges Zeitfenster, in dem das Team entscheiden kann, wann sie den ersten Piloten für einen Fahrerwechsel an die Box kommen lassen. Nach etwas mehr als 30 Minuten Renndauer übergab van Laagen, das holländische Urgestein des Motorsports, auf Platz vier liegend den Audi RS3 LMS Ultra an seinen Partner Simon Reicher. Und der ließ sich es nicht nehmen, auch noch den Drittplatzierten zu kassieren, um den TCR-Boliden auf dem dritten Gesamtplatz abzustellen.

„Es war unglaublich. Was ich an diesem Wochenende von Jaap über das Setup des Auto gelernt habe, schlägt alles, was ich in den letzten sechs Monaten trainiert habe. Ich bin superhappy, einen solch tollen Trainer und Partner zu haben! Ein ganz großes Dankeschön an Jaap van Laagen“, berichtete der TCR-Pilot voller Emotionen.

Die beiden Sprintrennen am Sonntag muss dann jedoch jeder Pilot für sich alleine fahren. Jeder Fahrer nimmt aus dem Ein-Stunden-Rennen am Sonntag seine beste Rundenzeit mit, die für ihn dann als Startaufstellung zählt. Und damit noch nicht genug mit dem komplizierten Regelwerk. Der Fahrer, der das Langstreckenrennen als Erster startet, muss das Sprintrennen drei und vier am Sonntag fahren. So ging Simon Reicher als zweiter Fahrer des Langstreckenrennens vom Samstag als Erster ins Sprintrennen. Platz neun sollte kein schlechter Startplatz sein. Doch egal wie sich das junge Motorsporttalent auch bemühte, am Ende stellte er seinen Audi auf dem neunten Platz ab.

Das zweite Rennen verlief dann etwas schlechter. Wieder von Platz neun gestartet, will Reicher den vor ihm Fahrenden überholen, als er am Kurvenausgang mit dem Hinterreifen eine Mauer berührt. Kein großer Schaden, doch die Spur auf der Hinterachse war so stark verstellt, dass der Kirchberger den Audi in der Box abstellen musste. Nachdem sein Team die Reparatur mit Vollgas erledigte, ging es für Jaap van Laagen an Rennen drei und vier. Um es abzukürzen: In seinen beiden Rennen zeigte der Holländer den Zuschauern seine Klasse und stellte den Audi RS3 LMS Ultra jeweils auf Platz eins ab.

„Es ist der absolute Wahnsinn, was ich von Jaap lernen kann. Ich bin schwer beeindruckt und freue mich schon jetzt auf das nächste gemeinsame Rennen mit ihm“, erklärt der sympathische Reicher am Sonntagabend. Für ihn und sein certainty.nl Team geht es nun in seine Heimat: Nur wenige Kilometer von seinen Großeltern entfernt findet vom 9. bis 11. Juni 2017 am Red Bull Ring in Spielberg das nächste ADAC TCR Germany Rennen statt. Im Rahmen der ADAC GT Masters ist die Steiermark Gastgeber. Die Rennen werden in voller Länge auf Sport 1 übertragen.

Text:  www.kartpress.de / Michael Schulz