Mount EVEREST 8848m – Aufbruch zum Gipfel

Markus Amon und Hannes Gröbner, die zwei verbliebenen Everest-Aspiranten, haben in den vergangenen Wochen Ihre Höhenakklimatisierung für die Gipfelbesteigung abgeschlossen und brechen in Richtung Gipfel auf.

Akklimatisierungsrunden bis 7200 m abgeschlossen

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Khumbu Eisbruch Spaltenquerung mit Leiter Foto: Markus Amon

Bei drei Akklimatisierungsrunden, sogenannten „Rotations“, wurden die Weichen für die finale Gipfelrunde gelegt, die Lagerkette aufgebaut und der Körper an die Höhe angepasst.Nach der traditionellen Gebetszeremonie durch einen Lama im Basislager, bei der die Berggötter für den Aufstieg gnädig gestimmt werden, brechen die Bergsteiger in die Hochlager auf.

Mehrere Male mussten sie dabei den Khumbu Eisbruch durchqueren, technisch eine schwierige Passage der Besteigung. Die Icefall-Doctors, eine Gruppe sehr erfahrener Sherpas, legen die Route, welche durch haushohe Gletscherspalten führt, täglich neu. Über Leitern und Spalten, deren Tiefe man nicht sehen, höchstens erahnen kann, führt der Weg durch das Tal des Schweigens hinauf zu den Hochlagern.

Die Hochlager

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Das Gipfelteam Foto: Clearskies

Das Lager 1 auf knapp 6200 m zieht sich, oberhalb des Khumbu Eisbruches, über mehrere Stufen. Dieses Lager dient den Bergsteigern nur als Übergangslager, welches bei den weiteren Akklimatisierungen wieder abgebaut wird.

Nur wenige Kilometer entfernt, am Ende des sogenannten Western Cwm liegt das vorgeschobene Basislager - mit großen Fixzelten, Kochmannschaften und heuer wohl ein paar hundert Zelten insgesamt.

Nach einem anstrengenden Aufstieg durch die Lhotse Flanke erreicht man das Lager C3 auf knapp 7200 m. Der Aufstieg durch die knapp 40 Grad steile Flanke in der gleißenden Sonne ist ein weiterer Härtetest. Bis zu 30 Grad oder mehr können die Temperaturen in diesem wie ein Parabolspiegel geformten Talschluss erreichen.

Stau am Berg

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Bergsteiger Tausendfuessler Foto: Markus Amon

Rund 400 Bergsteiger und annähernd ebenso viele nepalesische Guides und Hochträger wollen heuer den Gipfel erreichen. Das Gipfelfenster ist auf Ende Mai, dem Beginn der Monsunzeit, eingegrenzt. Deshalb bilden sich im Mai hier regelrechte Staus und Kolonnen von Bergsteigern ziehen in langen Schlangen bergwärts.

Mehrere Nächte verbringen die beiden Gipfelbesteiger in den verschiedenen Hochlagern, um ihre Körper an die extreme Höhe zu gewöhnen. Das Hochlagerleben selbst ist ebenfalls eine Strapaze: Zeltplatz freischaufeln, die Zelte aufbauen, einrichten, auf minimalem Platz die gesamte, nicht geringe Ausrüstung verstauen, Schnee holen, Schnee schmelzen, Tee trinken, kochen… alles lebenswichtige Aktivitäten, die in dieser Umgebung einiges an Energie und sehr viel Motivation benötigen.

 

Bei der Besteigung verzichten Markus Amon und Hannes Gröbner auf Hochträger und Flaschensauerstoff. Die gesamte Ausrüstung und Verpflegung wird dabei in mehreren Durchgängen aus eigener Kraft bis in die Lager 1 - 3 hinaufgeschleppt. Die Rucksäcke haben dabei oftmals mehr als 20 kg, was den Bergsteigern in dieser Höhe alles abverlangt.

Nach den anstrengenden Akklimatisierungsrunden kehren sie ins Basislager zurück, um sich zu regenerieren, Kraft zu schöpfen und auf ein entsprechendes Wetterfenster für den Gipfelversuch zu warten.

Warten auf ein geeignetes Wetterfenster

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Gipfel des Lothse im Hoehensturm Foto: Clearskies

Heuer ist es extrem schwierig, eine zuverlässige Wetterprognose für die Gipfelaspiranten zu erstellen, selbst wenn man das Glück hat, von einem erfahrenen Experten wie Dr. Karl Gabl von der ZAMG Innsbruck beraten zu werden: „Derzeit liegt im Gegensatz zu früheren Jahren immer noch ein Jetstream über dem Himalaya, eine Höhenströmung mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten. Gepaart mit den im Gipfelbereich vorherrschenden niedrigen Temperaturen erschwert dies eine Gipfelbesteigung“, berichtet Markus Amon aus dem Basislager.

Hannes Gröbner und Markus Amon haben nun beschlossen, alles auf eine Karte zu setzen und eine Gipfelbesteigung am 25. Mai anzupeilen.

 

Sollte die Besteigung gelingen, so wäre Markus Amon der erste Salzburger, der den Gipfel des Everest ohne Flaschensauerstoff besteigt. Insgesamt wurde der Everest bis 2016 knapp 200 Mal ohne Sauerstoff bestiegen, davon bisher 10 Österreicher. (Quelle: 8000ers.com)

Die Gipfelbesteigung

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Den Gipfel im Blick Foto: Clearskies

Die nächsten Tage sind wie folgt geplant: Am Montag, 22. Mai erfolgt der Aufstieg durch den Khumbu Eisfall ins Lager 2 auf 6500 Meter.

Anschließend führt der Weg durch die Lhotse Flanke in das Lager 3 auf 7200 Meter.

Am 24.05. folgt dann der Aufstieg über das gelbe Band und den Genfer Sporn bis in den Südsattel auf knapp 8000 Meter. Dort wird eine sehr kurze Nacht im Zelt verbracht und am 25.05. werden Markus Amon und Hannes Gröbner gegen Mitternacht in Richtung Gipfel starten, der geplanterweise am Morgen des 25. Mai erreicht wird.

Am gleichen Tag erfolgt noch ein Abstieg so weit wie möglich, mindestens bis Lager 3. Am 26.05. dann der Abstieg bis ins Basislager.