Österreichisches Damen Handball National- team

Rumänien 40 Minuten lang in Schach gehalten

Im WM-Playoff Rückspiel gegen Rumänien, Dienstagabend (13.06) in Stockerau, musste sich Österreichs Handball Frauen Nationalteam mit 24:33 (13:11) geschlagen geben. Damit löste das Team rund um Welthandballerin Cristina Neagu nach dem 34:29-Heimsieg in Oradea, mit einem Gesamtscore von 67:53, das WM-Ticket für Deutschland. Dabei sah es lange Zeit danach aus, als könnte Österreich zumindest einen Prestigeerfolg über den klaren Favoriten feiern. Man kontrollierte das Spiel bis zur 40. Minute, ging mit einer 13:11-Führung in die Halbzeit und erhöhte nach Seitenwechsel zwischenzeitlich sogar auf 15:12. In der 41. Spielminute gelang den WM-Dritten von 2015 dann doch der Ausgleich zum 19:19. Eine Phase von sieben torlosen Minuten der Österreicherinnen wusste Rumänien für sich zu nutzen und drehte das Ergebnis auf 22:20. Dank einer aggressiven Deckung zwang man die Österreicherinnen zu Fehlern, ließ nur mehr vier Treffer zu und zog schlussendlich bis auf 33:24 davon.

Regionalsport Handball Nationalteam Österreich Damen Play Off Christina Neagu Sonja Frey Herbert Müller Nationalteam Trainer WM Play Off 2017
Patricia Kovacs Foto: ÖHB Pucher

Das Österreichische Handball Frauen Nationalteam zeigte auch im WM-Playoff-Rückspiel gegen Rumänien einen beherzten Kampf. Die Gäste konnten in den Anfangsminuten vorlegen, durch einen Doppelschlag von Sonja Frey eroberte man in der 16. Spielminute erstmals die Führung vor eigenem Publikum, legte danach immer wieder vor. Zur Halbzeit führte man sensationell gegen den hohen Favoriten mit 13:11.

Auch nach Seitenwechsel ließ man nicht locker, Tamara Bösch erhöhte mit dem ersten Angriff auf 14:11. Bis zur 39. Spielminute konnte man die Rumäninnen bis auf zwei Tore auf Abstand halten. Ein Team-Timeout von Herbert Müller beim Stand von 19:18 brachte dann leider nicht den gewünschten Erfolg. Ganz im Gegenteil, Rumäniens Abwehr agierte aggressiver als zuvor, unterbrach das Aufbauspiel der Österreicherinnen erfolgreich und zwang das Team zudem zu Fehlern. Die Gegenstöße und daraus resultierenden Möglichkeiten wusste vor allem Valentina Ardean Elisei für sich zu nutzen, erzielte innerhalb von neun Minuten vier Treffer.

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Herbert Müller Foto: ÖHB Pucher

Damit war die Rumänin maßgeblich an der Wende beteiligt. Allein in den letzten 15 Spielminuten ließ man nur mehr vier Treffer zu, auf der Gegenseite war Petra Blazek, die zuvor unzählige Glanzparaden zeigte, bei den Gegenstößen machtlos. Rumänien gewann damit auch das Rückspiel mit 33:24 und fährt zur WM nach Deutschland.

 

 

Herbert Müller, Teamchef Österreich: „Ich finde wir haben in beiden Spielen zusammen über 100 Minuten sensationell gespielt. Heute hat nach 40 Minuten die Kraft nachgelassen. Das was wir unbedingt vermeiden wollten, die schnellen Tempogegenstöße, haben uns am Ende das Genick gebrochen. Allein acht Tempogegenstöße der Rumäninnen innerhalb weniger Minuten haben das Ergebnis in eine Höhe geschraubt, das nicht dem Spielverlauf entsprochen hat. Ich hätte nicht gedacht, dass wir über weite Strecken so mithalten können, Rumänien dominieren können. Wir haben sie ins Wackeln gebracht. Das war insgesamt eine sehr positive Woche. Ich habe Spielerinnen gesehen, die ins Nationalteam reingewachsen sind und ihm den Stempel aufgedrückt haben wie eine Patricia Kovacs, eine Josefine Huber, die als Kreisläuferin heute wieder 60 Minuten durchspielen musste. Petra Blazek war sehr konstant in beiden Spielen, Sonja Frey war sehr beweglich, hat viel für das Spiel getan, auch Kristina Logvin hat mir gut gefallen, Claudia Wess hat wieder einen Schritt gemacht und ich freue mich, wenn Ines Ivancok das nächste Mal den gesamten Lehrgang mitmachen kann.“