NICHOLI ROGATKIN WAHRT CHANCE AUF „TRIPLE CROWN OF SLOPESTYLE“

Nach dem Sieg in Innsbruck ist der dreifache Slopestyle-Sieg für den US-Amerikaner zum Greifen nah

Ein Cashroll Tailwhip beim Slopestyle? Die bloße Idee wäre dem US-Amerikaner Nicholi Rogatkin vor Crankworx Innsbruck wohl kaum in den Sinn gekommen. Doch nach einem fast perfekten Run von Brett Rheeder stand Rogatkin unter Zugzwang. Der Mann aus den USA musste alles riskieren, um den Sieg zu holen und damit seine Chance auf die legendäre „Triple Crown of Slopestyle“ zu wahren. Mit dem extrem schwierigen Cashroll Tailwhip hat er hoch gepokert – und gewonnen.

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Die drei Erstplatzierten des Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda. © Fraser Britton/Crankworx

„Ich war eigentlich gar nicht richtig bereit für den Trick, aber ich brauchte halt ein Wunder! Ich musste ihn also probieren. Ich habe nicht richtig darüber nachgedacht. Das darf man ja auch nicht. Da haut man sich rein und hofft, dass alles gut geht“, so Rogatkin, der im ersten Run die Judges mit seinem besten Trick aus dem vergangenen Jahr, dem 1080, nur mäßig überzeugen konnte.
Wie immer feuerte Rogatkin während des Bewerbs auch die anderen Rider lauthals an und zeigte sich von den Tricks seiner Rivalen im Starterfeld beeindruckt.
Der 18-jährige Whip-Spezialist Emil Johansson (SWE), der als Gesamtführender der Slopestyle-Wertung in den Bewerb gestartet war, zeigte am Samstagnachmittag einige der größten und schwierigsten Moves. Der sympathische Schwede avancierte in seinem zweiten Run zum Publikumsliebling, als er bei seinem letzten Sprung vom Sattel abrutschte und trotzdem – mit dem Hintern auf dem Oberrohr – bis ins Ziel fuhr. Eine Woche nach seinem Podestplatz ging Szymon Godziek (POL) wieder volles Risiko ein, konnte seinen Frontflip Tailwhip aber nicht ganz sauber stehen. Der Sieger des Dual Speed & Style in Innsbruck am Donnerstag, Tomas Lemoine, sicherte sich mit einer persönlichen Bestleitung Rang drei.

Der Nachmittag sollte aber „Trick Machine“ Nicholi Rogatkin gehören.
„Die Judges sagen mir schon länger, dass ich schon sehr viele Tailwhips in meinen Runs habe. Das ist halt mein Trick. Wenn ich aber auch mit den anderen Tricks richtig Gas geben kann, dann mache ich das“, so Rogatkin. Damit definiert der US-Amerikaner die Slopestyle-Disziplin neu.
Was machte also den minimalen Unterschied von 0,36 Punkten zwischen dem Sieger Rogatkin und Rheeder auf Platz 2 aus? Laut Pierre Edouard Ferry und den anderen Judges war es vor allem die unglaubliche Airtime bei Rogatkins Tricks.

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@Crankworx

„Jetzt gibt es so etwas wie Stilrichtungen“, erklärt Ferry. „Da hat man auf der einen Seite Jungs wie Nicholi, die ihre eigenen Tricks zeigen. Und auf der anderen Seite gibt es Fahrer wie Semenuk, Rheeder und Lemoine, die viele Tricks einbauen, die wir schon länger kennen.“
Mit einem Opposite Cork 720 und einem 720 Barspin griff auch Brett Rheeder tief in die Trickkiste, doch auf den beiden Hips drehte er sich bei beiden Moves etwas zu weit um die eigene Achse und konnte sie nicht hundertprozentig sauber stehen. Dafür zeigte der Kanadier viele verschiedene Variationen – Switch, Regular, Front und Back – und machte trotz der heißen Temperaturen stets einen coolen Eindruck.
„Nicholi hat einen komplett anderen Ansatz. Es ist schwierig, sich darauf einzustellen. Er hat zum Beispiel keine Opposite-Tricks. Es sind die gleichen Tricks, doch kein anderer Fahrer macht diese Tricks“, zollte Rheeder seinem Bezwinger Respekt.
Für ihn und die anderen FMB-Athleten gilt es aber, das „Rätsel Rogatkin“ zu lösen – und zwar möglichst schnell.
„Jetzt geht es eher um den Gesamteindruck und den hohen Schwierigkeitsgrad – nicht so sehr um den Stil, wie das früher der Fall war“, so Rheeder. „Wir müssen alle überlegen, wie wir am besten damit umgehen.“
Für Rogatkin ist der Traum der Triple Crown of Slopestyle jetzt zum Greifen nah. Bei Red Bull Joyride in Whistler im kommenden August wird er vor 30.000 Fans die Chance haben, seinen dritten Slopestyle-Sieg bei der diesjährigen Crankworx World Tour zu holen. Rheeder hingegen hat jetzt keine Chance mehr auf die Triple Crown und wird vielmehr überlegen müssen, wie er mit einer neuen Strategie Rogatkin doch noch vom Thron stoßen kann.
„Heute wäre eigentlich mehr drin gewesen. Ich hätte zum Beispiel beim Boner Log einen besseren Trick zeigen können. Ich dachte aber, ich würde ihn gar nicht brauchen“, so Rheeder.

Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda

1.       Nicholi Rogatkin (USA)                 96,00
2.       Brett Rheeder (CAN)                    95,66
3.       Tomas Lemoine (FRA)                  89,33