Tornado fegt über den Achensee

Am 02. Juli wurde vor der wunderbaren Kulisse von Pertisau die dritte Regatta zum Blauen Band vom Achensee 2017, die Karwendeltrophäe, ausgetragen. Die Regattaserie zum Blauen Band vom Achensee beinhaltet jährlich 6 Regatten, die reihum in den Clubs rund um den Achensee veranstaltet werden. Alle Regatten zum Blauen Band finden mit Yardstickbewertung statt, um allen interessierten Seglern, von der Jolle bis zum Katamaran, die Teilnahme zu ermöglichen.

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Trotz dem für Sonntag andauernd gemeldeten Regen fanden sich die Steuerleute von 19 höchst unterschiedlichen Booten zur Steuermannsbesprechung vor der Post am See in Pertisau ein, darunter drei spektakulär rasante Tornados aus der bisher wohl schnellsten Katamaranklasse (sieht man vom Americas Cup ab), die von 1976 bis 2008 sogar bei Olympia gestartet ist.

Das Wetter zeigte sich gnädig mit den Aktiven und verschonte die Teilnehmer während der Regatta vor zu viel Nässe. Der gleichmäßige Wind sorgte für optimale Bedingungen auf dem leicht halbwindlastigen Kurs.

Nach nur 51 Minuten erreichte der erste der Tornados nach knapp 14 gesegelten Kilometern das Ziel, was auch den Gesamtsieg für Steuermann Norbert Sailer und seinen Vorschoter Anton Plattner bedeutete. Norbert Sailer und Anton Plattner wurden dafür auch mit dem Spezialpreis der Karwendeltrophäe, einem geschnitzten Steinbock, geehrt, der, wie die Sieger scherzhaft anmerkten, nun wohl in die bereits ersegelte Herde der mehrfachen Karwendeltrophäen-Sieger integriert werden müsste.

Rang zwei belegte mit nur sechseinhalb Minuten Rückstand (berechneter Zeit) der Lokalmatador und Sieger des bBvA 2015 und 2016, Stephan Kobinger, und seine Crew auf der Surprise Stefanie, der damit seine Führung in der Zwischenwertung des BBvA 2017 ausbauen konnte. Über Rang drei freute sich die Crew einer UFO 22, gesteuert von Gerhard Proksch.

Als nächster Bewerb zum BBvA 2017 findet Ende August die Langstreckenregatta statt.

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Ein kurzer Überblick:

Die Yardstick-Wertung ist in etwa vergleichbar mit dem Handicap beim Golf: langsamere Boote haben einen Yardstick über 100, d.h. die Zeit, die berechnet wird, wird gegenüber der gesegelten Zeit verkürzt. Schnellere Boote haben einen Yardstick unter 100, d.h. die tatsächlich gesegelte Zeit wird für die Vergleichsberechnung nach oben korrigiert.

Zum Vergleich: Der 49er, eine weit bekannte Olympische Klasse, ist in Österreich mit einem Yardstick von 78 eingestuft. Der Tornado ist mit 69 also rund 10% „schneller“ eingestuft und wird in Österreich eigentlich nur mehr von der foilenden „Moth“ (zu deutsch: Motte, ein Einhandboot, das wie die Katamarane beim Americas Cup über dem Wasser schwebt) abgehängt.

 

Text: Carin Amplatz-Überegger/ KYCPA