Olympische Spiele sollen schlanker und nachhaltiger werden

Die gestrige IOC-Entscheidung wird u.a. von Spitzenvertretern der Tiroler Sportverbände als positives Signal für eine mögliche Olympia-Bewerbung gewertet.

Bei der 130. außerordentlichen IOC-Session in Lausanne – mit 83 IOC-Mitgliedern, darunter auch ÖOC-Präsident Karl Stoss – wurde u.a. die Vereinfachung des Bewerbungsprozesses für die Olympischen Winterspiele 2026 einstimmig beschlossen.

„Die Vereinfachungen sind ganz im Sinne einer potentiellen Innsbrucker/Tiroler Bewerbung. Wir wollen leistbare, nachhaltige Spiele“, erklärte ÖOC-Präsident Karl Stoss in einer ersten Reaktion aus Lausanne. Diese Entscheidung sei ein starkes Signal für neue, schlankere Olympische Winterspiele wie in der Tiroler Machbarkeitsstudie vorgeschlagen. Es gehe um Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit, so Stoss.

Trendwende ist eine Chance für Tirol

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Foto: TVB Innsbruck Olympiaworld Innsbruck

Positiv wird die IOC-Entscheidung auch von Vertretern der Sportverbände kommentiert. „Der Sport und die Athleten rücken wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese Trendwende mitzugestalten ist eine Chance für Tirol“, ist etwa Markus Prock, mehrfacher olympischer Medaillengewinner und ÖRV-Sportdirektor, überzeugt.

 

„Unter neuen Rahmenbedingungen werden unsere Sportler und Jugend von Olympischen Winterspielen in Tirol profitieren. Wir haben die Sportstätten, die Infrastruktur und die Emotion – und damit die Möglichkeit Wegbereiter für moderate Spiele zu sein, die ökologische und soziale Standards setzen“, glaubt auch Peter Mall, Generalsekretär der Arlberg Kandaharrennen und Vize-Präsident des Tiroler Skiverbandes.

Nach der Entscheidung bei der IOC-Session in Lausanne werden die Bewerbungs-Anforderungen – im Sinne der Olympischen Agenda 2020 – erheblich verkürzt und vereinfacht, um Kosten signifikant senken zu können. Die sogenannte Einladungsphase wird für die Zeit von Oktober 2017 bis Oktober 2018 festgelegt, die eigentliche Kandidatur-Phase (ebenfalls ein Jahr) beginnt im Oktober 2018 und endet im Oktober 2019. Die organisatorische und technische Unterstützung seitens des IOC bzw. seitens der internationalen Sportfachverbände wird stark erhöht – auch das führt zu einer erheblichen Kostenreduktion.

Kosten werden gesenkt, Nachhaltigkeit gestärkt

Die IOC Mitglieder sprachen sich auch für Kosteneinsparungen im Hinblick auf die für Olympische Spiele notwendige Infrastruktur aus.

ÖOC Präsident Karl Stoss befürwortete diese Entscheidung am Beispiel möglicher Olympischer Winterspiele 2026 in Tirol. So seien in Sotschi alleine 100 Millionen Dollar in den Bau einer Eisschnelllauf-Halle investiert worden. Das Konzept für eine mögliche Bewerbung von Innsbruck/Tirol sähe demgegenüber aber die Nutzung bestehender Hallen vor – auch wenn diese außerhalb der Landesgrenzen lägen.

Der Präsident des Internationalen Bob- und Skeleton Verbandes Ivo Ferriani signalisierte ebenfalls Zustimmung und die Bereitschaft flexibler mit dem Thema Wettkampfstätten umzugehen: „Wir sind absolut bereit mit dem IOC gemeinsam die Zukunft Olympischer Spiele zu gestalten und flexibler auf bestehende Infrastrukturen zurück zu greifen.“