Simon Reicher: „Ein Wochenende zum Vergessen“

Simon Reicher wollte am vergangenen Wochenende da weitermachen, wo er vor zwei Wochen im italienischen Monza aufgehört hatte. Dazu reiste er mit insgesamt 35 Mitbewerbern aus elf Nationen zum dritten der insgesamt sieben Rennwochenenden der ADAC TCR Germany, in die Magdeburger Börde. Doch die 3 667 Meter lange Strecke der Motorsport Arena Oschersleben machte es dem 17-jährigen Kirchberger alles andere als einfach.

Regionalsport Simon Reicher  Motorsport ADAC TCR Germany Magdebruger Börde Motorsport Arena Oschersleben Audi RS  3 LMS
Simon Reicher

„Schon am Freitag im ersten freien Training haben wir bemerkt, dass der Audi RS 3 LMS nicht wie gewohnt auf dem Asphalt klebt“, sagte der Youngster. Das sollte sich wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende ziehen. Egal für welche Einstellung sich das Team entschied – die Erkenntnis kam zum Schluss. Auch das zweite freie Training und das für die Strecke von Oschersleben so wichtige Zeittraining, das aufgrund schwieriger Überholmöglichkeiten den gesamten Verlauf des Rennwochenendes entscheidet, brachten den Youngster über einen enttäuschenden vierunddreißigsten Platz nicht hinaus. „Okay, manch ein Rennwochenende verläuft nicht wie geplant und manch ein Rennwochenende verläuft schwierig, jedoch kämpft man sich da oftmals wieder raus und am Ende des Wochenendes kann man sich mit seiner Leistung arrangieren. Doch dieses Wochenende war einfach nur zum Vergessen“, berichtete der Schüler der siebten Klasse des Werkschulheims Felbertal sichtlich ernüchtert. Dabei unternahm das Team alles, um dem jungen Piloten ein schnelles, konkurrenzfähiges Auto hinzustellen. Härte der Dämpfer, Spur, Sturz sowie Anpressdruck des vorderen Splitters und auch der Heckflügel. Alles wurde probiert. „Wir haben das ganze Wochenende im Kreis geschraubt, bis wir am Sonntagnachmittag einen der Parameter gefunden hatten. Einziger Vorteil: Ich habe wieder sehr viel über das Auto und seine Abstimmung gelernt. Lieber wäre es mir allerdings gewesen, diese Erfahrungen an einem normalen Testtag zu machen“, analysierte der Österreicher seine Sicht auf das Geschehen.

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Simon Reicher

In Fakten ausgedrückt erreichte Simon Reicher im ersten freien Training Platz einunddreißig, ließ dann alle Hoffnungen an diesem Wochenende mit Platz sechszehn im zweiten freien Training aufleben, sorgte dann jedoch mit Platz vierunddreißig im Zeittraining für gedrückte Stimmung im Team. „Wenn dein Auto sich nicht so verhält, wie du es gerne hättest, darfst du dich davon nicht verrückt machen lassen. Das würde dir nicht helfen. Im Gegenteil. Es gilt, Ruhe zu bewahren, analytisch alle Parameter und Fakten gemeinsam im Team zu analysieren und konzentriert weiterzuarbeiten“, stellte der sympathische Racer die Fakten zusammen.

Nach Einschätzung des Teams kann Reicher jedoch im kommenden Rennen wieder konkurrenzfähig an den Start gehen. Es geht vom 21. bis 23. Juli 2017 ins holländische Zandvoort. Der berühmte Dünenkurs an der Nordseeküste Hollands ist nicht nur die Heimstrecke des Teams um Reicher, hier hat der 17-Jährige bereits die meiste Rennerfahrung sammeln können. Seine letzte positive Bilanz war vor wenigen Wochen der gemeinsame dritte Platz in der TCR Benelux mit seinem Mentor und Trainer Jaap van Lagen. Interessierte können sich die Rennen live auf Sport1 anschauen.