Traum-Finale! Mariam holt Bronze bei der Nachwuchs-EM in Sofia

Ende gut, alles gut – lange hat es so ausgesehen, als wäre der österreichische Karate-Verband bei den Nachwuchs-Europameisterschaften in Sofia (Bul) mit vier verlorenen kleinen Finali nicht mehr als der Sieger der Herzen. Aber im letzten Bewerb des Turnieres erlöste Mariam Elaswad die ÖKB-Auswahl. Mit ihrem 5:3-Sieg gegen Viola Lallo (ITA) holte die Wienerin Bronze im U-21-Bewerb in der Klasse bis 61 Kilogramm. „Diese Bronzemedaille glänzt für uns wie Gold“, strahlte ÖKB-Generalsekretär Ewald Roth neben dem Podium.

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Mariam Elaswad Foto: Ewald Roth

Mariam fightete sensationell! Insbesondere der Kampf um Bronze wurde zum Krimi: Nach einer 2:0-Führung konnte die Italienerin ausgleichen, aber Mariam hielt voll dagegen und konnte knallhart punkten, siegte 5:3. Dann brachen alle Dämme. Das gesamte Team stürmte jubelnd auf die C-Kader-Athletin zu. Die 20-Jährige hat Karate im Blut. Ihr Bruder Tarek – ebenso im Junioren-Nationalteam – feierte sie noch auf dem Tatami, ihr Vater Mohamed, ein Ägypter ist ein Karate-Urgestein: Mariam hat alles von ihm gelernt, er ist Bundeskampfrichter und Kampfrichter-Obmann von Niederösterreich.

„Ich freue mich riesig für das Team, die Medaille ist ein verdienter, versöhnlicher Abschluss. Wir hatten mehrmals richtig Pech bei dieser EM, wenn alles aufgegangen wäre, hätten wir fünf Medaillen machen können“, zog Ewald Roth glücklich Bilanz: „Unsere Youngsters haben gezeigt, dass es richtig aufwärts geht im Österreichischen Karatesport und dass der Schwung der WM in Linz auch die Jungen beflügelt.“

Apropos WM: Weltmeisterin Alisa Buchinger stellte ihre Freundin Nina Vorderleitner für Runde eins optimal ein: Die Salzburgerin musste in der Klasse bis 68 kg gegen die WM-Silbermedaillen-Gewinnerin Katrine Pedersen ran. Jene Dänin, die Buchinger 9:1 schlagen konnte. Nina konnte tatsächlich gegen Pedersen gewinnen – Endstand 1:0! Eine tolle Leistung, die am Ende mit Platz neun belohnt wurde.

Zuvor hatte auch U-21-Medaillenhoffnung Robin Rettenbacher (-75 kg) toll gekämpft. Der Salzburger feierte zunächst zwei Siege, musste nach einer Niederlage in die Trostrunde und kämpfte sich durch einen Sieg gegen den starken Franzosen Maxime Relifox bis ins kleine Finale vor: Da gab es eine hauchdünne 2:3-Niederlage gegen Joe Kellaway (ENG) und am Ende Platz fünf.