24 Stunden Burgenland - Mach den Weg zu deinem Weg

Von Freitag auf Samstag, 27./28.01.2017, wurde zum sechsten Mal von den Organisatoren Michael, Josef und Tobias zum Marsch um den Neusiedlersee aufgerufen. Auf drei Strecken waren gesamt 2600 Menschen in Bewegung. Unter dem Motto LIVE LOVE MOVE radelten, liefen oder gingen die Menschen 120, 60 oder 360 Kilometer um den See.

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"Wir wollen Menschen in Bewegung bringen und sie das gute Gefühl der wohltuenden Erschöpfung wiederentdecken lassen. Selbstbestimmt an seine Grenzen zu gehen heißt auch, seine Grenzen zu kennen. Die 24H Extrem Tour ist ein Abenteuer, ein Weg zu neuen Erfahrungen und ein Pfad zu sich selbst"

Das ist das Credo der drei Organisatoren. Bei dieser Tour geht es nicht um Bestzeiten, es gibt keine Wertung. Die Originalstrecke hat eine Länge von 120 Kilometer und sie kann gegangen oder gelaufen werden. Dafür standen rund 1700 Menschen um 4.30 Uhr am Start in Oggau. Um 6.30 Uhr folgte der Start für die Radler in Podersdorf, das auch immer wieder das Ziel war. Insgesamt konnten die Radfahrer dreimal um den See fahren (360 Kilometer) Die nächsten Geher/Läufer starteten um 11.30 Uhr in Apetlon mit dem Ziel Oggau (60 Kilometer). Die Originalstrecke wurde in rund zehn Stunden gelaufen. Nach rund 30 Stunden waren alle die durchgehalten haben im Ziel. Ein Drittel der Teilnehmer erreichten das Ziel. Auf der gesamten Strecke wurden die Teilnehmer von zehn Labestationen mit Snacks und Getränken versorgt. Zwischen den Labestationen waren Busse unterwegs, die Personen die nicht mehr konnten oder einfach ihr Ziel geschafft hatten aufsammelten um sie wieder an deren Start zurück zu bringen. Für die Radfahrer waren Serviceautos unterwegs, die für jede gängige Panne ausgerüstet waren. Abgerundete wurde das Ganze von einem 24 Stunden Service, das die Teilnehmer in Notfällen überall versorgte.

„Sinn macht es keinen, ist aber geil!“

120 Kilometer im Jänner um den Neusiedler See. Live, love and move!

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24 Stunden Burgenland Extrem, noch zwei Tage bis zum Start. In mir kreisen Gedanken wie zum Beispiel: „Wie wird es uns ergehen? Wie wird es sein, wenn die Nacht anbricht? Wie werden die Verhältnisse sein? Wie werden wir uns fühlen? Wird es sehr kalt werden? Wird es stürmisch sein und was für Gedanken werden uns auf dem Weg beschäftigen?“

Julia und ich haben so etwas noch niemals zuvor gemacht.

Dass wir lange gehen können, das wissen wir. Die Kraft haben wir dazu und die Kondition auch. Die richtige Ausrüstung besitzen wir auch, zumindest hoffen wir das. Aber wir wissen nicht, wie es ist, 120 km im mehr oder weniger flachem Terrain zu gehen. Warum wir das machen? Wir finden es toll, dass es kein Wettbewerb ist. Dass es eine Extremreise bis in das Innerste seines Selbst ist, wie es die Initiatoren schreiben. Auch um Neues zu erfahren, zu erleben und seine Grenzen zu verschieben.

Einen Tag vor dem Start holten wir unser Startpaket im Gemeindeamt Oggau ab. Kaum hielten wir es in der Hand, überlegten wir, ob wir noch bleiben oder lieber schlafen gehen sollten. Aber das nicht verpflichtende Briefing war auch noch und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Schließlich war es unser erstes 24StundenBurgenland extrem und da möchten wir wissen, was auf uns zukommt.

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Im Vorfeld hielt ein Arzt eine halbstündige Rede, die sehr zur Ermunterung der Teilnehmer beitrug. Es waren wohlgemerkt beruhigende Informationen die wir von ihm erhielten. Ich wusste nicht, dass wir körperlich dahingehend konstruiert sind, dass wir bei 5 bis 7 km/h locker drei Tage marschieren könnten, bevor wir ermüdet zusammenfallen. Oder, dass unser Körper auf Unterversorgung gepolt ist. Was wir ja 120 km lang sein werden. Erschreckend fand ich, dass seit 2012 in etwa, jährlich mehr Menschen an Überversorgung sterben, als an einem Versorgungsdefizit. Dass sich sehr viele Menschen nicht mehr viel bewegen, war mir klar, doch dass es dermaßen tragisch ist, wusste ich nicht. Nicht mal einen Kilometer gehen die meisten Personen an einem Tag. Wobei wir für eine körperliche Bewegung von 8 bis 40 Kilometern am Tag gebaut sind, nur tun das die Meisten nicht mehr. Dabei wären ein paar Kilometer am Tag ausreichend.

Dass ein solcher Marsch, wie wir ihn vorhaben, physisch betrachtet nicht Gesundheitsfördernd ist, das ist uns bewusst, psychisch gesehen aber alle Mal. Denn die mentale Leistung, die bei 24StundenBurgenland extrem abverlangt wird, puschen eine_n Teilnehmer_In enorm. Um es mit den Worten des Arztes auszusprechen: „Es ist nicht gesund, aber geil! Oder: Die mentale Stärke und die Psyche profitiert dabei enorm! Oder: Wir sind das einzige Lebewesen auf Erden, die etwas ungesundes tun können, und dabei noch einen Nutzen haben!“

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Nach einer sehr kurzen Nacht, fuhren wir zum Frühstück in das Gemeindeamt Oggau am Neusiedlersee. Gestärkt starteten wir mit etwa 1700 Teilnehmer_Innen, um 04:30 in der Früh zu unserem 24StundenBugenland extrem. Mit den Bikern und den Final Trail Starter_innen waren es 2500 Menschen. Eingestellt waren wir auf schneeigem Untergrund und Eis. Vorgefunden haben wir stattdessen zum Großteil einen schnee- und eisfreien asphaltierten Radweg. Was eigentlich kein Problem darstellt, wenn man Laufschuhe oder dergleichen anhat. Wir gingen stattdessen mit leichten Bergschuhen und zollten den Tribut dafür. Nach 20 Kilometern fing mein linkes Knie an zu schmerzen und der rechte Wadenmuskel wurde hart. Bei Kilometer 26 rasteten wir kurz bei der Labestation und marschierten weiter. Die Schmerzen wurde immer größer und ich hinkte mehr anstatt normal zu gehen. Bei Julia waren es die Achillessehnen die schmerzten. Bei Kilometer 35 entschieden wir uns aufzuhören. Mut zur Aufgabe, war auch ein Slogan der Veranstalter. In einer Bushaltestelle setzten wir uns kurz hin und hielten gleich darauf einen Shuttelbus an, der uns zum Bus in Richtung Oggau brachte. Auch wenn es weh tat, dass wir aufhören mussten, waren wir ein Teil der Veranstaltung und werden nächstes Jahr wieder an den Start gehen. Jedoch mit anderen Schuhen, egal was für Verhältnisse gemeldet werden.

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Erwin und Julia Hofbauer von Regionalsport nach 26 Kilometern auf dem 24 Stunden Burgenland Extrem Original Trail.

 

FACT`S:

 

3 Startorte - 3 Trails - 3 Distanzen

 

OGGAU ORIGINAL-TRAIL 120 KM (Gehen/Laufen)

 

APETLON FINAL-TRAIL 60 KM (Gehen/Laufen)

 

PODERSDORF 224 MEILEN LAKEMANIA 360 KM (BIKEN)

 

 

 

www.24stundenburgenland.com