Österreich nach Sieg über Mazedonien auf Kurs

Nach der Auftaktniederlage in der WM-Qualifikation 2017 Freitagabend gegen Island, stand Österreichs Handball Damen Nationalteam bereits unter Druck. Eine Niederlage gegen Mazedonien hätte ein Scheitern in der Qualifikation bedeutet. Das Team von Head Coach Herbert Müller ließ sich davon nicht beeindrucken, agierte von Beginn weg aggressiv, agil und mit großem Siegeswillen. Nach den ersten 30 Minuten führte man bereits 14:10. Ab Mitte der zweiten Halbzeit brach Mazedonien endgültig auseinander und Österreich erhöhte Tor um Tor. Am Ende feierte man einen verdienten 28:19-Sieg.

Sonja Frey c_OEHB-Pichler
Sonja Frey c_OEHB-Pichler

Österreich startete im Gegensatz zum Vortag mit einer 6:0-Deckung und Melanie Herrmann im Tor. Sichtlich motiviert legten Katrin Engel & Co. los, sahen sich zwar in der Anfangsphase kurzzeitig im Rückstand, fokussierten sich aber klar auf ihre Stärken. Mit großem Erfolg. Aus einem Konter sorgte Martina Goricanec für den längst verdienten Zweitorevorsprung. Mazedonien reagierte umgehend, nahm sein erste Timeout, das allerdings Österreich besser für sich zu nutzen wusste.

Mit zwei weiteren Treffern stellte man umgehend auf 9:5. In Unterzahl machte sich Herbert Müller das neue Reglement immer wieder zu nutze, brachte eine sechste Feldspielerin für die Torfrau und auch das mit Erfolg. So hielt man selbst in Unterzahl den Gegner in Schach und hielt den Vorsprung von vier Toren bis zur Halbzeitpause – 14:10.

Eine Mauer namens Herrmann
Nach Seitenwechsel hatte Österreich ein wenig Anlaufschwierigkeiten. Technische Fehler und ganze vier Stangenwürfen gaben Mazedonien die Chance zu verkürzen. Doch Melanie Herrmann war kaum zu überwinden, erreichte heute eine unglaubliche Quote von 50 Prozent. Nachdem nach über fünf Spielminuten der Ball noch immer nicht im mazedonischen Tor landen wollte, nahm Herbert Müller sein zweites Timeout.

Wieder bewies er Fingerspitzengefühl, brachte sein Team sofort wieder in die Erfolgsspur. Mirela Dedic brach den Bann, erzielte das 15:12. Danach ging es munter weiter. Tor um Tor zog Österreich davon, führte nach 43 Minuten mit 19:13, nach 49 sogar mit 22:15. Mazedonien fand kein Mittel mehr gegen die österreichische Deckung und vor allem gegen Melanie Herrmann.

Am Ende stand ein hochverdienter 28:19-Erfolg zu Buche, mit dem Österreich am Sonntag gegen Färöer alles fixieren kann und sich für das Play Off im Juni qualifizieren kann.

Herbert Müller c_OEHB-Pichler
Herbert Müller c_OEHB-Pichler

Herbert Müller, Teamchef Österreich: „Ich habe heute eine Mannschaft gesehen, die als Team aufgetreten ist. Die Mannschaft spielte von der ersten Minute weg mit viel Emotion. Die gesamte Bank ist gestanden und hat die Mannschaft angefeuert. Wir waren agil und laut in der Deckung, haben gut verschoben, waren immer zu zweit da. Dieser Sieg war eine geschlossene Teamleistung. Der kurze Hänger nach der Pause war nur den vier Stangenwürfen geschuldet, denn die Chancen waren toll herausgespielt. Wir wollten mit mindestens vier Toren Unterschied gewinnen, jetzt sind es sogar neun. Wenn wir morgen die Färöer schlagen, sind wir definitiv für das Play Off qualifiziert. Heute war viel da, was richtig Spaß gemacht hat.“

Katrin Engel @ ÖHB-Walter Zaponig
Katrin Engel @ ÖHB-Walter Zaponig